Impfzwang an privater Universität

Die Universität Witten-Herdecke schafft eigene Regeln

Es ist in Deutschland gutes Recht, dass Menschen einem medizinischen Eingriff zustimmen müssen. Einen Impfzwang zum Beispiel gibt es nicht – noch nicht. Wovon Pharmakonzerne träumen, ist an der privaten Universität in Witten bereits Wirklichkeit.

Der kleine Pieks ist auch unter Fachleuten umstritten. Wie gravierend sind Nebenwirkungen und Langzeitfolgen? Können mit flächendeckenden Impfungen Krankheiten ausgerottet werden? Mit den Pocken scheint es mindestens hierzulande gelungen zu sein. Eine Impfpflicht bestand bis 1983. Nun wird, vor allem von der Pharmalobby getrieben, gern mit anderen Krankheiten argumentiert, wenn es darum geht, eine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung einzuführen. Das wäre für wenige ein sicheres Milliardengeschäft!

Im nordrhein-westfälischen Witten beteiligt sich die „erste Privatuniversität Deutschlands“ daran, dem gesetzlichen Impfzwang in Deutschland den Weg zu bereiten. Mit ihren Immatrikulationsbedingungen verpflichtet sie angehende StudentInnen des Fachbereichs „Gesundheitsberufe“ dazu, sich gegen alles und jedes impfen zu lassen. Wer sich dem widersetzt wird der Studienplatz versagt. Damit geht die mit öffentlichen Mitteln teilfinanzierte Hochschule weiter als staatliche Universitäten, die, z.B. in Köln, mit deutlichem Verweis auf die Rechtslage Impfungen zwar empfehlen, aber nicht zur Pflicht machen.

Kann sich eine private Universität auf diese Weise über geltendes Recht stellen? Dr. med. Marzellus Hofmann, Prodekan der Fakultät für Gesundheit meint ja. Einerseits würde die Universität nur erfüllen, was Lehrkrankenhäuser in Gesprächen (also ohne vertragliche Regelung) gefordert haben, andererseits könnten sich die BewerberInnen ja entscheiden: Ohne Impfung müssen sie sich eben eine andere Universität suchen. Zu der betont auch komplementärmedizinischen Ausrichtung der medizinischen Fakultät sieht Hofmann bezüglich Impfzwang auch keinen Widerspruch. So könnte ein Fazit sein: Katholische Krankenhäuser verweigern Vergewaltigungsopfern die Unterstützung und private Universitäten zwingen StudentInnen zur Impfung. Das darf so nicht sein und bleiben, insbesondere weil diese Einrichtungen auch mit Steuergeldern finanziert werden und solche Praktiken möglicherweise gegen geltendes Recht verstoßen.